Mind Games

Autorin: Teri Terry

Klappentext: Die Welt, in der du lebst, existiert nur in deinem Kopf – doch was, wenn Mind Gamesjemand mit deinen Gedanken spielt? In Lunas Leben ist jeder online: virtueller Unterricht, Dates und Sport als Avatar, sogar das Parlament tagt digital. Nur Luna bleibt offline. Sie ist eine Verweigerin, seit ihre Mutter vor Jahren in einem Online-Spiel starb. Umso überraschter ist Luna, als sie von der mächtigen Firma PareCo zu einem Einstufungstest eingeladen wird – und einen der begehrten Programmierer-Jobs erhält. Warum hat die Firma so ein großes Interesse an ihr? Als Luna den begabten Hacker Gecko kennenlernt, beginnt sie die von PareCo erschaffene Welt immer mehr zu hinterfragen. Doch dann ist Gecko auf einmal verschwunden, und Luna kann sich nicht mehr an ihn erinnern … Der neue Jugendbuch-Bestseller von „Gelöscht“-Autorin Teri Terry

Erwartung: Da ich bereits die -Gelöscht- Reihe von Teri Terry gelesen habe, und diese mich sofort verzaubert und gefesselt hat, habe ich mich mit hohen Erwartungen an ihren neuen dystopischen Jugendroman gemacht.

Cover: Ich finde das Cover ist wunderschön gestaltet, und ein echter Hingucker im Regal. Trotzdem sehe ich keine richtige Verbindung zwischen Inhalt und Cover, was ich eigentlich sehr gerne mag, um mich auf das Buch einzustimmen.

Schreibstil: Wie bereits erwähnt war ich von ihrer Trilogie hellauf begeistert, und hatte mir eigentlich genau diesen Schreibstil wieder erhofft. Doch diesbezüglich wurde ich leider enttäuscht. Während man in der Gelöscht-Reihe ohne Vorwarung mit den Emotionen und Konflikten konfrontiert wird, sodass jede Seite nervenaufreibend und ,,intensiv“ zu lesen ist, wird in ,,Mind Games“ alles ,,abgeflaut“ dargestellt, und man erlebt all die spannenden Teile des Buches viel milder und lauwarm. Und auch wenn das auf die jüngere Zielgruppe zurückzuführen ist, hat es dem Leseerlebnis einen großen Dämpfer versetzt.

,,Gibt es etwas, was du die wünscht, das die wichtiger ist als alles andere?“ Seine Stimme ist eindringlich und beharrlich. Meine Mutter zurückhaben. Dieser Gedanke drängt sich mir ungebeten auf, und ich schiebe ihn von mir. Stattdessen sage ich: ,,Keine Ahnung. Und du?“ ,,Freiheit.“ ,,Freiheit? Das ist doch ein freies Land.“ (..) ,,Ach ja, wie frei sind wir den jetzt gerade? Warum hindert und in diesem ach so freien Land eine Mauer am Gehen?“

(S. 85/86)

Handlung: Leider muss ich auch hier ein wenig meckern. Denn auch wenn mir Luna, die Hauptfigur sehr sympathisch war, blieb sie über das gesamte Buch sehr einseitig. Die gehört den Verweigerern an, den Leuten die sich kein Implantat haben einsetzten lassen, weil sie ein reales Leben führen wollen. Sie ist und bleibt überzeugt auf der guten Seite was mich auf Dauer irgendwie genervt hat, weil sie dadurch sehr scheinheilig rüberkam. Trotzdem hat es mir wieder sehr gefallen wie Teri Teri ihre Charaktere miteinander in Kontakt hat treten lassen. Denn auch wenn nur aus Lunas Sicht beschrieben wird, kann man sich in die anderen Personen hineinführen, und ihr handeln nachvollziehen.

Die Grundidee der Geschichte verdient aber auf jeden fall einen dicken Pluspunkt. Mich hat diese virtuelle Welt sehr gereizt, und ich konnte wunderbar verstehen, wieso sich die gesamte Gesellschaft dieser Versuchung des irrealen Lebens hingibt. Denn auch wenn der Wechsel zwischen Realität und Virtuellem mich zuerst irritiert hat, ist der dystopische und zukunftsnahe Gedanke der Geschichte sehr gut umgesetzt worden.

Fazit: Eine herrlich zukunftsnahe und fesselnde Grundidee, deren Potential meiner Meinung nach leider nicht ausgeschöpft wurde.

 

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Wo der Regenbogen anfängt

Wo der Regenbogen anfängt

Autorin: Julia Bohndorf

Klappentext: Maeve und Niamh McKee sind Vollwaisen. Zu allem Überfluss kämpft die elfjährige Niamh gegen Leukämie und ihre 21 jährige Schwester scheidet als Regenbogen
Knochenmarkspenderin aus. Die beiden begeben sich auf einen Road Trip von Berlin nach Wicklow in Irland, um Niamh neuen Lebensmut zu geben und vielleicht sogar, in der Heimat ihrer Eltern, einen passenden Spender zu finden. Die Fruchttüte in der Big Mac Verpackung und der verhedderte Regenschirm in der Bärenfellmütze vor dem Buckingham Palace bilden nur den Anfang von Ereignissen auf einer Reise, die neue Lebensfreude und Zeit zum Lachen und Weinen schenkt. Doch kurz bevor sich der Road Trip dem Ende neigt und der quälende Krankenhausalltag wieder Einzug hält, erscheint das personifizierte Glück in Form eines scheinbar fantastischen Wesens vor den Schwestern und benötigt dringend ihre Hilfe …

Cover: Das Cover ist sehr farbenfroh gestaltet, und zeigt die beiden Schwestern wie sie London unsicher machen. Was mir sehr gefällt ist das beide Hand in Hand laufen, und Maeve nicht im Rollstuhl sitzt. Das könnte darauf hinweisen, dass das Cover die Zukunftswünsche der beiden darstellt, da es eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit widerspiegelt. Trotzdem ist es eher unspezifisch , sodass jeder es unterschiedlich interpretieren kann.

Schreibstil: Julia Bonndorf verwickelt den Leser direkt in ihr Buch, indem die ihn mit den alltäglichen Sorgen und Problemen konfrontiert, die Niamh beschäftigen. Aber sie hat es geschafft dass diese negativen Aspekte ihr Buch nicht dominieren, sondern eher zeigen das es nie unmöglich ist glücklich zu sein. Immer wieder gibt es auf die Personen bezogene Details, die ernste Situationen auflockern, und der Geschichte etwas reales und lebendiges verleihen. Gerade dadurch, dass Maeve´s Tagebucheinträge Teil des Buches sind, kann man nachvollziehen was sie beschäftig und wie sie selbst mit ihrer Krankheit umgeht. Und dann faszinieren einen die alltäglichen Streitereien der beiden, die so typisch und gewöhnlich für Geschwister sind, und einen zum grinsen bringen. Man fliegt nur so über die Seiten und durchlebt ein Wechselbad der Gefühle, das das Leben der beiden Schwestern widerspiegelt.

Handlung: Mich hat vor allem Niamh beeindruckt. Sie gibt ihr gesamtes Leben auf um sich um ihre kleine Schwester kümmert, obwohl sie auch ohne Maeve´s Krankheit schon genug durchmacht, da ihre Eltern verstorben sind und sie die Erziehungsberechtigte ihrer Schwester ist. Und trotzdem überkommt sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich dem Schein eines normalen Lebend hingibt, um kurz aus ihrem belastenden Alltag zu fliehen. Auch sonst merkt man wie sehr sich die improvisierte Familie gegenseitig unterstützt, und wie sie gemeinsam versuchen, ein ansatzweise normales Leben zu führen.                   Gerade der Road Trip zeigt das Maeve´s Glück über alles andere gestellt wird. Es macht Spaß die beiden auf ihrer Reise zu begleiten, um immer mehr zu verstehen, was sie beschäftigt. Die Reiseziele sind unterschiedlich und haben ganz verschiedene Ziele, die einen sollen Neues in Maeve´s Leben bringen, und die anderen führen in die Vergangenheit der Schwestern. Das einzige was ich etwas unpassend empfand war das Elfenwesen, da ich dies nicht in den restlichen Ablauf des Buches einordnen konnte, aber die Szenen betreffen nur einen kurzen Abschnitt, und dominieren die Geschichte nicht.

Fazit: Ein bewegendes und einfühlsames Buch, dass über das Leben zweier Schwestern  erzählt, und trotz aller Probleme Lebensfreude vermittelt.