Wo der Regenbogen anfängt

Wo der Regenbogen anfängt

Autorin: Julia Bohndorf

Klappentext: Maeve und Niamh McKee sind Vollwaisen. Zu allem Überfluss kämpft die elfjährige Niamh gegen Leukämie und ihre 21 jährige Schwester scheidet als Regenbogen
Knochenmarkspenderin aus. Die beiden begeben sich auf einen Road Trip von Berlin nach Wicklow in Irland, um Niamh neuen Lebensmut zu geben und vielleicht sogar, in der Heimat ihrer Eltern, einen passenden Spender zu finden. Die Fruchttüte in der Big Mac Verpackung und der verhedderte Regenschirm in der Bärenfellmütze vor dem Buckingham Palace bilden nur den Anfang von Ereignissen auf einer Reise, die neue Lebensfreude und Zeit zum Lachen und Weinen schenkt. Doch kurz bevor sich der Road Trip dem Ende neigt und der quälende Krankenhausalltag wieder Einzug hält, erscheint das personifizierte Glück in Form eines scheinbar fantastischen Wesens vor den Schwestern und benötigt dringend ihre Hilfe …

Cover: Das Cover ist sehr farbenfroh gestaltet, und zeigt die beiden Schwestern wie sie London unsicher machen. Was mir sehr gefällt ist das beide Hand in Hand laufen, und Maeve nicht im Rollstuhl sitzt. Das könnte darauf hinweisen, dass das Cover die Zukunftswünsche der beiden darstellt, da es eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit widerspiegelt. Trotzdem ist es eher unspezifisch , sodass jeder es unterschiedlich interpretieren kann.

Schreibstil: Julia Bonndorf verwickelt den Leser direkt in ihr Buch, indem die ihn mit den alltäglichen Sorgen und Problemen konfrontiert, die Niamh beschäftigen. Aber sie hat es geschafft dass diese negativen Aspekte ihr Buch nicht dominieren, sondern eher zeigen das es nie unmöglich ist glücklich zu sein. Immer wieder gibt es auf die Personen bezogene Details, die ernste Situationen auflockern, und der Geschichte etwas reales und lebendiges verleihen. Gerade dadurch, dass Maeve´s Tagebucheinträge Teil des Buches sind, kann man nachvollziehen was sie beschäftig und wie sie selbst mit ihrer Krankheit umgeht. Und dann faszinieren einen die alltäglichen Streitereien der beiden, die so typisch und gewöhnlich für Geschwister sind, und einen zum grinsen bringen. Man fliegt nur so über die Seiten und durchlebt ein Wechselbad der Gefühle, das das Leben der beiden Schwestern widerspiegelt.

Handlung: Mich hat vor allem Niamh beeindruckt. Sie gibt ihr gesamtes Leben auf um sich um ihre kleine Schwester kümmert, obwohl sie auch ohne Maeve´s Krankheit schon genug durchmacht, da ihre Eltern verstorben sind und sie die Erziehungsberechtigte ihrer Schwester ist. Und trotzdem überkommt sie ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich dem Schein eines normalen Lebend hingibt, um kurz aus ihrem belastenden Alltag zu fliehen. Auch sonst merkt man wie sehr sich die improvisierte Familie gegenseitig unterstützt, und wie sie gemeinsam versuchen, ein ansatzweise normales Leben zu führen.                   Gerade der Road Trip zeigt das Maeve´s Glück über alles andere gestellt wird. Es macht Spaß die beiden auf ihrer Reise zu begleiten, um immer mehr zu verstehen, was sie beschäftigt. Die Reiseziele sind unterschiedlich und haben ganz verschiedene Ziele, die einen sollen Neues in Maeve´s Leben bringen, und die anderen führen in die Vergangenheit der Schwestern. Das einzige was ich etwas unpassend empfand war das Elfenwesen, da ich dies nicht in den restlichen Ablauf des Buches einordnen konnte, aber die Szenen betreffen nur einen kurzen Abschnitt, und dominieren die Geschichte nicht.

Fazit: Ein bewegendes und einfühlsames Buch, dass über das Leben zweier Schwestern  erzählt, und trotz aller Probleme Lebensfreude vermittelt.

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