Morgentau

Morgentau- Die Auserwählte der Jahreszeiten

Autorin: Jennifer WolfMorgentau

Verlag: Carlsen Impress

Klappentext: Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?

Cover: Was ich beim Cover etwas schade finde ist, dass das Design sehr mädchenhaft gestaltet ist, da die Farben zwischen Lila, Rosa und Weiß wechseln. Ansonsten ist es einheitlich, und nicht zu vollgepackt gestaltet, und zeigt die Hauptperson des Buches, Maya. Auch das Schriftdesign passt zum Stil der Geschichte, und vereint die unterschiedlichen Komponenten des Covers.

Erwartung: Ich hatte schon viel positives über die Reihe gehört, und da ich immer wieder gerne kürzere Bücher neben den dicken Wälzern lese, bin ich voller Vorfreude an die Geschichte herangetreten.

Schreibstil: Der Schreibstil ist flüssig und zeitgemäß, und verstrickt den Leser innerhalb der ersten Seiten in die Handlung. Jennifer Wolf gibt nach und nach die Details ihrer Welt preis, und schafft so ein sehr angenehmes Leseerlebnis, dass nicht mit zu vielen Informationen belastet wird. Auch die Unterhaltungen der Protagoisten haben mir sehr gut gefallen, da die Autorin es hinbekommen hat die einzelnen Hierarchien ohne große Erwähnungen klar zu machen, indem sie die Wortwahl der Personen verändert.

,,Liebe ist eine höhere Gewalt, Maya. (…) Nicht einmal Mutter beherrscht sie. Liebe ist zügellos, ungestüm und sehr eigenwillig. (…) Eine Macht, die nicht einmal eine Göttin zu lenken versteht, sollte man niemals unterschätzen oder sich ihr gar verwehren.“

(S. 135)

Handlung: Was mich zuerst etwas stutzig gemacht hat war, dass die Geschichte keinen einzigen Bösewicht oder Antagonisten aufweist. Aber im Laufe des Buches hat dieser auch kein einziges Mal gefehlt, da die Spannung auch ohne den sonst o typischen Gegenspieler aufrecht erhalten werden konnte. Dieses Detail hat mich wirklich beeindruckt, und sehr positiv überrascht. Auch die Liebesgeschichte war wirklich toll in die Handlung eingestrickt, und hat sich langsam hervorgehoben, und nicht von Anfang an das Buch dominiert. Nur gegen Mitte der Geschichte wurde es mir ein wenig zu kitschig, da dort auf jeder zweiten seit ein Liebesgeständnis vorkam. Die Charaktere (vor allem die männlichen!😇) waren soviel tiefgründiger, als ich vom Klappentext her erwartet habe, und es hat wirklich Spaß gemacht, die Unterhaltungen und Auseinandersetzungen der Männer zu verfolgen, da diese sich so gut wie gar nicht glichen, weder vom Aussehen, noch von den Charaktereigenschaften. Und zu guter Letzt fand ich auch die Sicht auf die Götter sehr passend und zeitgemäß. Denn da sich Maya ja eigentlich die gesamte Zeit mit den ihnen beschäftigt, wird ihr trotz ihrer sehr gläubigen Erziehung klar, dass auch Götter nicht ohne Schwächen und Macken sind, sondern eben eigentlich auch nur unsterbliche Menschen, die genauso wie wie Lieben und Leiden.

Fazit: Eine sehr zeitgemäße Liebesgeschichte, die mit einer faszinierenden Kulisse und vielseitigen Charakteren punktet. Große Leseempfehlung!

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