Böse, böse

Böse, böse

Autorin: Elizabeth WoodsBöse, böse.jpg

Klappentext: Cara hat es nicht leicht. In der Schule ist sie eine Außenseiterin. Besonders Sydney und Alexis haben es auf sie abgesehen. Umso schmerzlicher vermisst Cara ihre ehemals beste Freundin Zoe, die weggezogen ist. Doch plötzlich steht Zoe wieder vor ihrer Tür – und stellt mit ihrer Energie Caras Leben komplett auf den Kopf! Sie verpasst ihr einen neuen Look, gibt ihr neues Selbstbewusstsein – endlich hat Cara wieder jemanden, dem sie ihr Herz ausschütten kann. Aber dann stirbt plötzlich ihre Erzfeindin. Und Cara beschleicht ein unheimlicher Verdacht …

Cover: Zuerst einmal muss ich sagen, dass es weder Cover noch Klappentext waren, die mich zum Kauf dieses Buch animiert haben. Denn leider passt das Cover meiner Meinung nach weder zum Inhalt, noch vermittelt es eine allgemeine unangenehme Atmosphäre, die zur endgültigen Stimmung des Buches gepasst hätten. Und der Klappentext benötigt eh eine Generalüberholung. Dieser lässt nämlich nur darauf vermuten, dass es sich bei ,,Böse, böse“ um einen kitschigen Jugendroman handelt, indem nur um den Spannungsbogen hoch zu halten jemand umkommt. Insofern mach das Buch von außen einen ungenauen und falschen Eindruck, der dem Inhalt nicht gerecht wird.

Schreibstil: Wie in vielen Jugendbüchern ist der Schreibstil fließend, und die Wortwahl eher einfach, sodass man ohne Stocken über die Seiten fliegt. Was mich jedoch verwirrt hat war, wie unterschiedlich tiefsinnig die Autorin auf die Charaktere eingegangen ist. Selbstverständlich erfährt der Leser über die Hauptcharaktere Cara und Zoe am meisten, aber auch hier steht eigentlich eher Zoe im Vordergrund. Denn auch wenn diese einen interessanteren und vielseitigeren Charakter vorzuweisen hat, ist es doch schade, dass man von Cara nicht vielmehr weiß, als dass ihre Eltern kaum Zeit für sie haben, und sie ein sehr introvertierter Mensch ist. Womit ich bei dem Buch aber eher weniger gerechnet hatte, waren die wundervoll ausführlich ausgearbeiteten Dialoge. Eigentlich alle Unterhaltungen haben mich mit ihrer Vielseitigkeit begeistert, und die jeweiligen Meinungen und Launen der Personen sehr glaubhaft vermittelt. Und auch der Sarkasmus, von welchem die Autorin nicht wenig gebraucht macht, kam mir beim lesen nie unangebracht oder überflüssig vor.

Zoes violette Augen schienen Cara an das Kopfende des Bettes zu nageln. Die Luft im Raum war drückend und schwül. Cara spürte, wie ihr eine Schweißperle das Gesicht herunterlief. Plötzlich lehnte Zoe sich zurück. ,,Kein Problem, Car.“ Sie lächelte liebenswürdig. ,,Ich habe keine Angst. Ich nehm einfach die erste. Dann siehst du, dass es halb so schlimm ist.“ Langsam hob sie die Finger zum Mund.

(S. 10)

Handlung: Die Handlung baut auf einer typischen Highschool-Geschichte auf. Es geht um ein schüchternes, unbeliebtes  Mädchen, welches sich in den den bestaussehenden und beliebtesten Typen verliebt. Aber  dem sei noch nicht genug, denn zudem ist der Typ auch noch mit der Oberzicke der Schule zusammen. Soweit, so gut. Aber zu dieser 0815 Handlung wird noch ein zweiter Faden gesponnen, der sich allerdings erst im Laufe des Buches herauskristallisiert, und das Buch letztendlich dominiert. Denn das schüchterne Mädchen bekommt Besuch. Ihre beste Freundin, Zoe, muss bei ihr untertauchen. Wieder mit ihrer Sandkastenfreundin vereint, blüht die schüchterne Cara völlig auf, und übersieht, in was für einem labilen Zustand sich ihre Freundin befindet. Doch bald darauf stirbt Caras Nachbarin, und mit ihrem Ableben beginnen sich die seltsame und abstoßende Ereignisse zu häufen, die sich alle um Zoe drehen. Und auch wenn die letztendlich Auflösung vorhersehbar ist, schafft es die Autorin allein durch Zoes langsamen Zerfall und ihr Verhalten eine solche Spannung aufzubauen, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Zudem bietet das Buch durch Caras Leben außerhalb ihres Zimmers einen interessanten Gegensatz zu der angespannten Stimmung, die während des Zusammenseins der beiden Mädchen entsteht. Und letztendlich schlägt die Story nochmal eine völlig andere Richtung ein, und der Leser muss all das in Frage stellen, was er auf 250 Seiten über die Charaktere erfahren hat.

Fazit: Eine nervenaufreibender Thriller, der gerade für Leser, die sich an diesem Genre versuchen wollen, wunderbar geeignet ist. Denn die Spannung ist nicht immer präsent, aber trotzdem durchgehend vorhanden. Leseempfehlung!

 

 

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