Unser wildes Blut

Unser wildes Blut

Autoren: Wolfgang Schnellbächer& Nur ÖderenUnser wildes Blut.jpg

Klappentext: Alexander liebt seine Mitschülerin Aysel. Doch es ist eine Liebe, die nicht sein darf. Denn Aysel ist Muslimin und Alexander Christ. Die beiden haben keine Chance. Aysels Bruder Ilhan, der auf dieselbe Schule geht, wacht mit Argusaugen über die Ehre seiner Schwester. Aber so leicht gibt Alexander nicht auf. Als der Konflikt sich immer mehr zuspitzt und die ganze Schule in zwei Lager spaltet, soll Aysel plötzlich verheiratet werden. Den beiden Liebenden bleibt nur die Flucht. Doch Aysels Bruder ist ihnen dicht auf den Fersen.

»Zwei Welten, zwei Kulturen. Was mich an diesem Roman fasziniert hat, ist zum einen die wunderschöne, poetische Sprache. Zum anderen ist es den Autoren gelungen, Verständnis für beide Seiten zu wecken. Glaubwürdig und voller Tiefgang.« (Christine Fehér, Autorin von »Anders frei als du«)

Cover&Erwartungen: Erstmal bekommt das Buch einen riesigen Pluspunkt für das umkitschige Cover. Klappentext und Gestaltung versprechen dem Leser eine realitätsgetreue und tiefgründige Liebesgeschichte, die sich nicht nur auf Klischees stützt. Auch den Titel fand ich in Bezug auf den Inhalt sehr passend gewählt, da dort von diesem oft und passend Gebrauch gemacht wird. Daher hat es mich sehr gefreut, dass ich das Buch rezensieren und lesen durfte.

Schreibstil: Leider hat es lange gedauert, bis ich Zugang zu der Handlung und den Charakteren hatte. Der Schreibstil der beiden Autoren ist sehr speziell und eigentlich schon poetisch. Die beiden Autoren bewegen auf einem sehr schmalen Grad, da ihre Art die Gefühle der Jungen auszudrücken sehr ausführlich und dadurch meist auch etwas kitschig ist. Und an manchen Stellen war mir diese zu dominant, und ich hätte mir mehr Details zu der eigentlichen Handlungsabläufen gewünscht. Doch gerade durch diese Formulierungen schaffen sie es die Gefühlswelten der Charaktere detailreich widerzuspiegeln. Dadurch war es etwas mühsam das Buch zu lesen, und hat dementsprechend länger gedauert. Trotzdem hat mir dieser ungewöhnliche Stil gefallen, da er eine interessante Abwechslung zu den meist sehr einfach geschriebenen Jugendbüchern bietet.

,,Aber Aysel, unsere Liebe ist frei und nur darum ist sie mächtig und schön. Weil wir mit jedem Atemzug der Liebe spüren, dass sie echt und wahr und wahrhaftig bei uns ist. Selbst in den Momenten, in denen sie uns Schluchzen und Unglück bereitet, in den einsamen und verzweifelten Stunden, haben wir doch die Gewissheit, dass sie selbst gewählt ist. Und die süßen Momente schmecken umso süßer, sind umso kostbarer und erfüllender, denn in ihnen steckt das wirklich freie und tatsächliche Glück.“

Handlung: Was mir an der Handlung sehr gut gefallen hat wäre die unterschiedlichen Ebenen, auf denen sie sich abspielte. Zum einen ist das Buch aus zwei unterschiedlichen Sichten geschrieben, zum anderen spielt es in zwei unterschiedlichen Zeiten. Eigentlich wird die Handlung aus der Gegenwart erzählt, in der Alex sich in einem Versteck aufhält, während Ilhan sich in einem Zug befindet. Der Leser weiß nicht, was ihre Ziele und Pläne sind, da sie meist an die Vergangenheit zurückdenken und abwechselnd schildern, wie es zu dem kommen konnte, was geschehen ist. Dieses Stilmittel hat mir sehr gut gefallen, da es sehr erfrischend und abwechslungsreich war. Leider etwas enttäuschend fand ich, dass man während des gesamten Buches so gut wie nichts über die eigendlichen Persönlichkeiten der Charaktere erfahren hat. So war es schwierig die Ursachen ihres Handelns nachvollziehen zu können, und man konnte sich wenig mit ihnen identifizieren. Die Handlung dreht sich zum größten Teil um die Verbindungen und Emotionen, die die einzelnen Personen bei den Anderen auslösen.

Fazit: Ein berührender und realitätsgetreuer Liebesroman, der unseren Umgang miteinander infrage stellt. Auch wenn es weniger um die Charaktere an sich geht, und der Schreibstil sehr außergewöhnlich und ungewohnt ist, lohnt es sich das Buch in die Hand zu nehmen.

 

 

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