Über den Dächern wir zwei

Über den Dächern wir zwei

Autorin: Angela Kirchner

Klappentext: Erste Liebe. Zart und real: Die 17-jährige Mina ist perfekt darin, sich 51+A1Qi3FvL._SX332_BO1,204,203,200_gegenüber Gleichaltrigen unsichtbar zu machen. Ein Unfall stellt ihre geordnete Welt auf den Kopf und lässt sie einen vorsichtigen ersten Schritt auf ihren Nachbarn Theo zu machen. Auf Theo, der es liebt, über den Dingen zu schweben. Dessen Rückzugsort das Garagendach zwischen den beiden Häusern ist. Und der schon ewig heimlich in Mina verschossen ist. Finden die beiden so unterschiedlichen Aussenseiter zusammen?

Cover: Die Aufmachung des Buches ist sehr kreativ und vielseitig. Trotz der vielen Farben wirkt das Cover nicht überladen, da die beiden in schwarz gehaltenen Figuren ein ,,Ruhepol“ bieten, und so auch die Blicke auf sich ziehen. Zudem bezieht es sich auf die Zielgruppe, die die Geschichte ansprechen soll, und gibt Einblicke in die Handlung. Ein sehr gelungenes und farbenfrohes Cover, das richtig Lust darauf macht in die ersten Seiten einzutauchen.

Die letzte Sprosse, von der Leiter aufs Dach. Ich hebe den Blick- und da sitzt er, keine drei Meter entfernt, mit dem Rücken zu mir.

Schreibstil: Angela Kirchner verfügt über einen lockeren und sehr flüssigen Schreibstil, der den Leser nur so über die Seiten fliegen lässt. Hierbei ist die Sicht des Hauptcharakters aber nicht einseitig oder oberflächlich, sonder überrascht trotz des leichten Schreibstils mit tiefgängigen, bittersüßen und oft herrlich klarstellenden Gedankengängen. Auch der Sprachst ist sehr angemessen und erfrischend, und trifft wie es sonst eher selten vorkommt wirklich den Ton, mit dem Jugendliche sich ausdrücken. Die Autorin baut auf einem sehr glaubwürdigem Gerüst auf, und schafft es nebenbei auch noch wichtige und bewegende Themen wie Mobbing und Drogenmissbrauch zu benennen, und zu diesen Stellung zu beziehen.

Handlung: Der Plot ist vielschichtig und hat viele unerwartete Wendungen, ist realitätsnah und steckt voller Emotionen. Als Leser kann man beobachten, wie die beiden Hauptcharaktere an ihren Aufgaben wachsen, und langsam erwachsen werden. Mina ist so unglaublich authentisch und fängt den Leser sofort mit ihrer verdrehten und liebevollen Art ein. Sie hat Macken, ist unscheinbar, zieht sich in ihre kleine Welt zurück. Sie ist eine typische Außenseiterin, wird von anderen in ihrem Alter abgewiesen, und fühlt sich einfach nur missverstanden. Doch dann treffen Mina durch einen Schlag des Schicksals wieder auf Theo, den Junge der ihre Kindheit geprägt hat. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, und entwickelt sich genau in der richtigen Geschwindigkeit. Auch wenn das Buch jetzt keinen Spannungsbogen besitzt der alle Skalen sprengt, kann man trotzdem nicht von der Geschichte mit ihren faszinierenden Charakteren lassen. Das Buch bezaubert durch die kleinen Gesten und die Botschaften zwischen den Zeilen, die man nur erkennt, wenn man sich auf die Handlung einlässt. Auf wundervolle Weise vermittelt die Autorin die Leser an die Charaktere, und verbindet beide durch Erfahrungen und Emotionen, die man mit ihnen durchlebt.

Fazit: Die Geschichte ist so echt, so wunderschön und verstörend wahr, dass man sich in den Seiten verlieren muss. Eines der humorvollsten und ehrlichen Bücher, die ich seit langem zu Gesicht bekommen habe.

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