Wie Monde so silbern

Autorin: Marissa Meyer

Klappentext: Cinder lebt mit ihren Stiefschwestern bei ihrer schrecklichen Stiefmutter und versucht verzweifelt, sich nicht unterkriegen zu lassen. Doch als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai in ihrer Werkstatt auftaucht, steht Cinders Welt Kopf: Warum monde.jpgbraucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie auf dem großen Schlossball ihren Höhepunkt finden.

Cinder schmuggelt sich dort ein und verliert mehr als nur ihren Schuh …

Cover: Man erkennt sofort auf welches Märchen mit dem Cover angespielt wird, zudem fallen einem auch die Räder auf, die den Schriftzug umspielen. Es vereint also die klassische Geschichte von Aschenputtel und den dystopischen Roman in einem sehr elegant und stimmigem Gesamtbild. Auch der Titel fällt direkt ins Auge, ohne das Cover sonderlich zu dominieren. Eine sehr schöne Taschenbuchausgabe, die trotzt ganz anderem Designs mit der Hardcover-Version mithalten kann.

Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte liest sich schnell und sehr gefällig, man verliert sich als Leser förmlich zwischen den Seiten. Die neue Interpretation des Märchens zu verfolgen macht wirklich Spaß, gerade die gekonnten Verknüpfungen zwischen den Welten von Marissa Meyer und der der Gebrüder Grimm sind einfach nur faszinierend. Zudem konnte die Autorin mich mit ihrem witzigen Charme für sich gewinnen, den sie geschickt in die Geschichte einwebt, und so einigen langwierige Szenen grandios verwandelt.

Wieder sah Cinder zum lauernden Mond hoch und hatte plötzlich eine Gänsehaut. Der Mond hatte sie schon immer beunruhigt, als würden seine Bewohner sie von dort oben beobachten. Vielleicht würde sie sie auf sich aufmerksam machen, wenn sie den Mond zu lange anstarrte. Unsinniger Aberglaube, aber andererseits war an Lunariern alles unheimlich und hatte mit Aberglauben zu tun. (S. 47)

Handlung: Trotz der Tatsache, dass eine spezielle Entwicklung schon von Anfang an vorhersehbar war, wurde mir beim Lesen nie langweilig. Im Gegenteil, der Roman sprüht nur so vor originellen Ideen und ist so mitreißend geschrieben, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Auch die Gefühle kommen nicht zu kurz; denn neben einigen romantischen Passagen gibt es für die Charaktere auch Verlust und Trauer zu bewältigen.

Und letztendlich mangelt es dem Buch auch nicht an Nervenkitzel. Der absolute Spannungshöhepunkt wird aber beim obligatorischen Ball erreicht, als Cinder, Kai und Levana aufeinandertreffen und mehr als nur ein Geheimnis enthüllt wird. All diese unterschiedlichen Aspekte lassen wirklich jeden Fantasy-Liebhaber auf seine Kosten kommen. Ob Cinder allerdings ihren Märchenprinzen bekommt steht noch in den Sternen, denn das Buch endet mit dicken fetten Cliffhanger, sodass man direkt zum zweiten Band greifen muss.

Fazit: Märchen trifft Science Fiction – eine definitiv sehr gewagte und interessante Mischung.

In meinen Augen ist daraus eine unglaublich einfallsreiche, spannende und mitreißende Märchenneuerzählung entstanden, die mit starken Charakteren überzeugt, die Marissa Meyer gekonnt zum Leben erweckt.

Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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Für dich soll’s tausend Tode regnen

Für dich soll’s tausend Tode regnen

Autorin: Anna Pfeffer

Klappentext: Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. tausend-todeUnd seit dem Umzug weiß sie nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal, weil er auf seiner Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen übermäßigen Handykonsums). Als sie sich in Chemie mit Alpha-Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Um aus der Nummer rauszukommen, schlägt Emi einen Wettstreit vor. Doch Erik ist nicht kleinzukriegen. Emi wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass es gar nicht so nervig ist, Zeit mit Erik zu verbringen …

Cover: Zuerst muss ich sagen, dass ich selten ein Seiten/Buchschnitt-Design gesehen habe, das so gut zu einem Buch passt wie bei tausend Tode. Es wirkt so aus als würde man direkt aus Emis schwarzen Buch lesen, und es passt auch einfach perfekt zu ihrer Weltansicht. Das Cover schließt sich dem an, obwohl der schwarzen Gestaltung hier farbenfrohe und abstrakte Akzente entgegengesetzt werden, was ja auch zum Inhalt und Verlauf des Buches passt. 😉

 

Schreibstil: Der Schreibstil des Autorenduo’s hat mich direkt mitgerissen. Ich liebe ja Ironie in Büchern, und diese gepaart mit einem ,,Hauch“ schwarzem Humor, Witz und ein wenig Skurrilität hat mich wirklich mitgerissen. Wirklich gut gefallen hat mir auch, dass man direkt in die Geschichte hineingeschmissen wird. Am Anfang habe ich noch nicht so wirklich mit Emis Ansichten und Kommentaren ,,harmoniert“, aber irgendwie geht es einem da genau wie so manchen Charakteren im Buch: Befasst man sich erstmal mit der Hauptfigur, lernt sie kennen und lässt sich auf sie ein, macht es einfach nur Spaß ihr Handeln zu verfolgen und gemeinsam mit ihr andern (vor allem Erik!) tausende von Toden an den Kopf zu werfen.

Inhalt: Es macht einfach Spaß die Welt einer ,,Aussenseiterin“ mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Jemand, der gar nicht dazugehören möchte. Der nichts mit seinem Umfeld anfangen kann, und einfach kein Bock auf neue Situationen hat, auch wenn es Chancen sein könnten (Selbstverständlich nicht aus ihrer Sicht!). Daher war mir Emi direkt sympathisch, wenn auch auf eine bittersüße Art. Denn manchmal dachte ich mir auch so, mensch Mädchen, jetzt gibt dir doch mal einen Ruck, und versuch was neues. Und genau das tut Emi ja auch: Nur eben ganz anders als man es als Leser erwartet. Die Art, wie sie neue Kontakte knüpft ist einfach nur herrlich komisch und herzerwärmend. Und wenn das Ganze dann auch noch mit ihren pessimistischen und auch gemeinen Gedanken unterlegt ist, kommt man um das Schmunzeln einfach nicht herum.

Fazit: Ein genial-skurriler Jugendroman, der den Nerv der Zeit und unserer Generation trifft, unterhält und verzaubert. (BITTE mehr solcher Hauptcharaktere!)

Website der Autorinnen: http://www.rosesnow.de