Über mir der Himmel

Über mir der Himmel

Autorin: Jandy Nelson

Klappentext: Siebzehn Jahre hat Lennie glücklich im Schatten ihrer strahlenden Schwester gelebt. Doch jetzt ist Bailey tot. Es ist, als hätte jemand den Himmel 51AA5YVhD-L._SX340_BO1,204,203,200_.jpgausgeknipst. Bis Lennie sich verliebt – zum ersten Mal in ihrem Leben und gleich in zwei Jungen: Joes magisches Lächeln wird nur noch von seinem musikalischen Talent übertroffen; Toby ist stiller Cowboy, mutiger Skater – und Baileys große Liebe. Für Lennie sind sie wie Sonne und Mond; einer stößt ein Fenster in ihrem Herzen auf und lässt das Licht herein, bei dem anderen hat ihr Schmerz ein Zuhause. Als Liebe und Schuldgefühl auf Kollisionskurs gehen, explodiert Lennies Welt …

Cover: Bei der Gestaltung des Buches hat das cbt-Team ganze Arbeit geleistet! Die Gestaltung vereint Botschaft und Inhalt des Buches, ohne das es überladen wirkt. Die einzelnen Komponenten sind sehr stimmig und laden dazu ein das Buch aufzuschlagen. Zudem hat mir auch die Gestaltung der einzelnen Kapitel sehr gefallen. Lennies selbstgeschriebene Gedichte sind im ganzen Buch verteilt. Und auch wenn es keine literarischen Meisterwerke sind, bewegen sie und geben dem Leser einen Einblick in ihr Herz. Es scheint als würden sie all das ausdrücken, was im Text ungenannt bleibt.

Schreibstil: Jandy Nelson hat einen wunderbar leichten Schreibstil, der sehr poetisch und tiefgründig ist, ohne ins Kitschige abzurutschen. Dies gelingt dadurch, dass sehr emotionale Szenen immer wieder durch komische und humorvolle Elemente ergänzt werden. Was mich wirklich begeistert hat, war wie ausdrucksstark und berührend sie die unterschiedlichen Gefühle der Charaktere darstellt, ohne dass die Interessen der einzelnen Personen undeutlich geworden sind. So schafft sie es, die grundliegende traurige Atmosphäre aufzulockern, sodass die Schwere, die man bei der benannten Thematik erwartet, genau die richtige Menge an Aufmerksamkeit bekommt.

Handlung: Dieses Buch vereint all das, mit dem sich Jugendliche herumschlagen. Unbekannte Gefühlsstürme befördern die Charaktere in den Himmel, und genauso schnell wie sie dort sind verlieren sie jeglichen Boden und stürzen in bodenlose Tiefen. Sie wachsen an ihrem Verlust und dem Schmerz, dem sie sich stellen müssen, werden von diesem aber auch zerrissen und verunsichert. Sie erleben das Gefühl geliebt und begehrt zu werden, und brauchen dieses genauso sehr wie sie es aus Schuldgefühlen zu hassen lernen. Auch die Hauptperson lässt sich nicht einfach in eine Schublade stecken. Durch ihre sowohl Positiven als auch negativen Facetten wird jeder sich in ihr wiederfinden. Es ist faszinierend, sie auf ihrem Weg zu sich selbst zu begleiten, mit ihr all die Höhen und Tiefen zu erleben und dabei auch etwas über sich selbst zu lernen.

Fazit: Der Roman ist rasant erzählt, niemals eintönig oder langweilig. Es sind die so bekannten Komponenten eines Jugendbuches, doch es scheint als hätte Jandy Nelson endlich die richtige Rezeptur gefunden, um aus Klischees ein wundervolles, lehrreiches und mitreißendes Leseerlebnis zu machen.

Advertisements