Secrets- Ich fühle

Secrets- Ich fühle

Autorin: Heather Anastasiu

Klappentext: Kann es ein Verbrechen sein, Gefühle zu haben?secrets
Wut, Enttäuschung, Schmerz – Gefühle drohten die Menschheit auszulöschen. Ein Chip befreit sie nun von ihren schädlichen Emotionen. Denn selbstständig zu fühlen ist einfach zu gefährlich. Das erfährt Zoe am eigenen Leib, als plötzlich eine Störung an ihrem Chip auftritt. Zum allerersten Mal entstehen in ihrem Kopf eigene Gedanken und unaufhaltsame Gefühle. Zoe muss dieses Geheimnis um jeden Preis bewahren; sollte es gelüftet werden, droht ihr die Auslöschung. Doch dann gerät ihr Chip derart außer Kontrolle, dass sie sich nicht länger verstecken kann und für ihr Leben und ihre Freiheit kämpfen muss.

Cover: Das Cover ist nicht sonderlich außergewöhnlich: Eine junge Frau, präsent in den Vordergrund gestellt. Sie ist dem Leser abgewandt, sodass sie nicht nur über die Schulter schaut, sondern man als Leser auch den technischen Port sieht, welcher im Nacken besonders stark auffällt. Durch diese Pose erkennt man das Gesicht der Figur, und kommt nicht umhin ihn sogleich mit der Protagonistin in Verbindung zu bringen. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob er diese Darstellung annimmt oder sich lieber ein eigenes Bild der Person machen möchte. Die gräulichen Elemente am Rand des Covers wirken ein wenig fehl am Platz, da sie nicht farblich nicht wirklich mit der restlichen Gestaltung harmonieren. Ich bleibe im Bezug auf dieses Cover bewusst eher neutral, da es für mich weder außergewöhnlich noch unpassend ist.

Schreibstil: Heather Anastasiu hat einen sehr beschreibenden Stil. Vor allem die Gefühle, die der Hauptprotagonistin ja gerade so fremd sind und einen wichtigen Teil zur Handlung  beitragen, beschreibt sie in all ihrer Fülle. Und hier scheiden sich die Geister. Für manche ist es genau dass, was das Buch lesenswert macht, andere hingegen wollen die Handlung im Vordergrund stehen haben, um nicht den roten Faden zu verlieren. Ich schließe mich hierbei eher Ersterem an, auch wenn ich gegen Mitte des Buches auch so manche Beschreibungen übersprungen habe, da mir die Emotionen der Charaktere zu sehr im Vordergrund standen.

Handlung: ,,Secrets“ hat mich oftmals an ,,Mind Games“ von Teri Terry erinnert. Ich war genau wie bei ihrem Auftakt von dem Grundsetting ihrer Welt begeistert, die Idee ist zukunftsnah und das Handeln und Empfinden der Charaktere gut nachvollziehbar und verständlich. Doch während der Anfang und auch das Ende mich überzeugen konnten und mit unerwarteten Wendungen gepunktet haben, lässt die Handlung dazwischen eher zu wünschen übrig, und entspricht dabei größtenteils, ähnlich wie den Menschen mit der ,,Linkverbindung“, einer grauen, undurchdringlichen Suppe, die ohne wirkliche Veränderungen oder neue Erkenntnisse der Handlung sehr schleppend zu lesen sind. Es standen mir die Gefühle der Charaktere einfach zu sehr im Mittelpunkt, ohne das man mit der Story oder der Beziehungen der Charaktere merklich vorangeschritten ist.

Fazit: Heather Anastasiu hat mit der Idee für „Secrets – Ich fühle“ durchaus den Nerv unserer Zeit getroffen. Doch leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Trotz des verheißungsvollen Starts und dem offenen Endes halten mich der langatmigen Mittelteil und die blassen Charakteren davon ab, das Buch zu empfehlen.

 

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