Young Elites

Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche (01)

Autorin: Marie Lu (Legend-Trilogie)young elites.jpg

Verlag: Loewe

Klappentext: Über Nacht verfärbten sich Adelinas wunderschöne schwarze Haare plötzlich silbern. Seit sie das mysteriöse Blutfieber überlebte, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns gezeichnet und von der Gesellschaft verstoßen. Aber die Krankheit hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige. Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe …

Cover: Wie bei so vielen Covers des Loewe-Verlag bin ich hellauf begeistert von der Aufmachung des Buches. Die dunkle Gestaltung wird durch Adelina und ihrem weißes Haar aufgehellt, dieses verdeckt durch ihre Körperhaltung zudem ihr Gesicht, und somit ihre Narbe. So wird eines der Merkmale, welches sie als Gezeichnete darstellt in den Mittelpunkt gestellt, das Andere ganz bewusst verhüllt. Der Charakteristische Schriftzug fügt sich in das Gesamtbild ein und ist ein weiterer Blickfang. Zudem passt er zu der historischen Kulisse der Geschichte und auch Details wie der Dolch, der das ,,T“ ersetzt, verleihen dem Cover seinen Charme.

Schreibstil: Der Schreibstil hat mich überrascht. Ich hatte erwartet auf die selben Strukturen wie in ihrer ersten Trilogie zu treffen, aber die Autorin überrascht in dem ersten Band ihrer neuen Reihe aber mit völlig anderen Facetten ihres Könnens. Während sie sich in ,,Legend“ eher auf Beschreibungen des Umfeldes fokussiert, bewegt sie Lu in diesem Roman vielmehr auf emotionaler Ebene, was mir sehr zugesagt hat. Auch die Charaktere sind vielschichtiger konstruiert und sorgen im Verlauf des Buches durch unerwartete Eigenschaften oder Ansichten für frischen Wind. Abgesehen davon war es einfach der Autorin zu folgen, die Satzkonstruktionen waren unkompliziert und auch inhaltlich leicht nachzuvollziehen. Dennoch ist ihr Schreibstil nicht zu oberflächlich, da er durch einen breit gefächerten Wortschatz interessanter gestaltet wird.

Inhalt: Wie Lu bereits in ihrer Danksagung schreibt, bestand der Reiz dieses Buches für die daraus, sich in die Rolle und Gedanken eines ,,Bösewichtes“ hineinzuversetzen. Abgesehen davon, dass ich es unglaublich interessant finde, wenn Bücher aus selteneren Perspektiven wie z.B. Nebencharakteren geschrieben werden, ist es ihr gelungen diese auf den ersten Blick sehr einseitigen Charakter für den Leser zugänglich zu machen. Sie verleiht Adelina Facetten, die es schwer machen sie eindeutig einordnen zu können. Den auch wenn ihre Handlungen vielleicht böse und egoistisch sind, kann man durch den Einblick in ihre Gedanken und ihre Vergangenheit ihr Motive durchaus nachvollziehen. Diese Grundidee ist in ein mitreißendes, düsteres Fantasy-Spektakel verpackt, dass keine Wünsche offen lässt und mit einem sehr unerwarteten Ende überrascht. Auch die Nebencharaktere sind kaum durchschaubar. Freund wird zu Feind, und Verräter zu Vertrauten. Auch wenn der Leser durch die unterschiedlichen Perspektiven einen tieferen Einblick als Adelina erhält, bleiben dennoch viele Gespräche und Gedanken im verborgenen. Nebenher gestaltet Lu eine Welt, die neben der mittelalterlichen Ausrichtung einen ähnlichen Charme wie Venedig aufweist, und so auch von der Umgebung her punkten kann. Dennoch hatte diese durch etwas ausgeprägtere Beschreibungen noch besser zur Geltung kommen können. Einig und allein mit Liebesgeschichte konnte ich nichts anfangen. Sie wirkte auf mich sehr aufgezwungen, so als hätte Lu eine Romanze einbauen müssen, um das Buch vermarkten zu können. Da diese sich eh nur am Rande abspielt, hatte man sie meiner Meinung nach auch ganz entfallen lassen können.

Fazit: Eine Roman voller genutztem Potential, der gerade durch seine von Dunkelheit dominierten Hauptfigur hervorsticht. Die wenigen Makel, die die Handlung vorweist werden durch vielseitige Charaktere und unerwartete Wendung wieder ausgeglichen.

Eure Hannah

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