Tödliche Berührung

Goodness of Poisen- Tödliche Berührung

Autorin: Melinda Salisbury

Verlag: Bloomoontö

Klappentext: Twylla ist gesegnet. Die Götter haben sie auserwählt, einmal die Frau des Kronprinzen zu werden und an seiner der Seite das Land zu regieren. Aber die Gunst der Götter hat ihren Preis: Unter Twyllas Haut fließt giftiges Blut. Wer bei der Königin in Ungnade fällt, den muss Twylla mit ihrer Berührung töten. Nu Lief, ihr neuer Wächter, blickt hinter Twyllas Fassade aus Angst und Pflichterfüllung und erkennt das Mädchen, das sie in Wahrheit ist. Doch die Wahrheit kann gefährlich sein und die Grundfesten eines ganzen Landes erschüttern…

Cover: Das Cover fällt durch die intensiven Farben und die reflektierende Schrift auf. Die Farben sind aufeinander abgestimmt und werden durch die satten Farben des Gefäßes und der glatten Oberfläche des Glases abgerundet. Aus der unteren dunkelroten Flüssigkeit tritt Twylla hervor, die in einem ihrer roten Gewänder mit dem Blut harmoniert. Ihre Körperhaltung als auch das leere Umfeld deuten auf ihre Isolation hin. Die Szene zeigt eines der Rituale, die Twylla jeden Monat über sich ergehen lassen muss. In diesem werden einige Tropen ihres Blutes mit dem Gift vermischt, welches sie trinkt und sie so zu der perfekten Waffe werden lässt, die jeden mit einer Berührung tötet. Das Cover gefällt mir sowohl von der stilistischen als auch von der inhaltlichen Gestaltung unglaublich gut.

Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Sie beschreibt detailreich und vermittelt dem Leser trotz der eher einfachen Wortwahl zuverlässig sowohl emotionale als auch gedankliche Vorgänge Twyllas. Hierbei schafft sie es auch gerade ihre Isolation und den inneren Kampf widerzuspiegeln, die Twylla prägen. Durch diese Liebe zum Detail fällt es leicht der Erzählung zu folgen und die Handlungszüge der Charaktere nachzuvollziehen. Zudem teilt die Autorin die Personen nicht einfach in ,,Gut und Böse“ ein. Denn auch bösartige Vorgehen lassen sich zurückverfolgen, und neben den ersten Eindrücken, die man über die Charaktere bekommt, vermittelt Salisbury auch die erklärenden Hintergründe, die das Leseerlebnis vertiefen. Zudem versteht sich die Autorin darin unauffällig Zusammenhänge in die Geschichte einfließen zu lassen, die im Laufe der Handlung wichtig werden und teilweise auch die letztendlich Auflösung dominieren.

Handlung: Die Autorin führt den Leser in ihre Welt, die sowohl aus den bekannten Märchenstrukturen besteht, als auch mit neuen Bräuchen aufgefrischt wird. Zudem beschäftigt sie sich auch mit tiefgründigeren Fragen, wie der Existenz der Götter und ihrer Funktion und dem Hinterfragen ihrer Handlungen. Was mir am Verlauf des Buches sehr positiv aufgefallen ist, war das nicht rein zufällig geschah. Scheinbar keines der Ereignisse  wird nur genutzt um die Handlung voranzubringen, sondern jedes noch so kleine Detail hat seine Rolle und wird mehrfach aufgegriffen. Twylla hat mein Interesse von Anfang an auf sich gezogen. Denn trotz ihrer missliche Situation, und der naiven ,,Opfer-Rolle“, die ihre Position mit sich bringt, hat auch sie ihre dunklen Seiten. Gerade diese negativen Charakterzüge machen lassen ihre Handlungen unerwarteter werden. Der einzige wirkliche Makel, der mir im Laufe des Buches genervt hat, war der sooft langwidrige Mittelteil. Denn während sowohl der Anfang als auch das Ende des Buches sich mit rasanten Wendungen und Nervenkitzel überbieten, scheint die Handlung zwischenzeitig nur Platz für schmalzige Liebesgeständnisse und dumme Unachtsamkeit zu haben. Hier hätte ich deutlich mehr erwartet. Hat man sich durch diese Kapitel durchgeschlagen, wird man mit einem Finale belohnt, dass einem bis zum letzten Satz dem Atem raubt und mich endgültig überzeugt hat. Denn egal, was man vermutet: Ich versichere, dass die letztendliche Auflösung alle Erwartungen übertrifft.

Fazit: Ein Roman, der trotz kleinerer Schwächen durch interessanten Charakteren, unerwarteten Wendungen und einem phänomenalen Ende im Gedächtnis bleibt. Das Debüt der Autorin verdient definitiv mehr Beachtung auf dem deutschen Markt!

Eure Hannah

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