Tödlicher Fluch

 

The Sleeping Prince- Tödlicher Fluch

Autorin: Melinda Salisbury

Verlag: Bloomoon tödlicher fluch

Klappentext: Das Land ist in Aufruhr. Die Königin hat eine alte Legende entfesselt und
den gefährlichen Schlafenden Prinzen nach vielen Jahrhunderten wieder zum Leben erweckt. Nun bringt er Krieg und Zerstörung zu den Menschen von Tregellian. Die junge Apothekerstochter Errin versucht verzweifelt, sich in diesen gefährlichen Zeiten über
Wasser zu halten. Doch seit ihr Bruder Lief verschwunden ist, muss sie sich alleine um ihre kranke Mutter kümmern. Über die Runden kommt sie nur, weil sie verbotene Kräutertränke braut, die sie heimlich verkauft.

Als Soldaten sie und ihre Mutter aus ihrem Dorf vertreiben, gibt es nur einen, an den sich Errin wenden kann: den mysteriösen Silas. Ein junger Mann, der tödliche Gifte bei ihr kauft, aber nie verrät, wozu er sie verwendet. Silas verspricht, Errin zu helfen. Doch als ihr vermeintlicher Retter spurlos verschwindet, muss Errin eine Entscheidung treffen, die das Schicksal des Reiches verändern wird …

Cover: Auch das Cover des zweiten Bandes erregt durch die intensiven Farben und die reflektierende Schrift Aufmerksamkeit. Die Gestaltung ist auf das Aussehen des ersten Bandes abgestimmt und wird durch die satten Farben des Gefäßes und der glatten Oberfläche des Glases abgerundet. Die Buchrücken sind sowohl vom Farbverlauf als auch von der Schriftart identisch und machen sich sehr gut im Regal. Erneut sehen wir den Hauptcharakter eingebunden in das Bild, indem er in dem Gefäß ,,schwimmt“. Was mir besonders gefällt, ist der Bezug der Handlung und Charaktere zu Giften, die jedes Buch auf unterschiedliche und faszinierende Weise widerspiegelt, und das nicht nur auf dem Cover. Somit schließt sich auch meine Meinung zur Gestaltung an die von ,,Tödliche Berührung“ an, und überzeugt mich genauso wie das Debüt stilistisch und inhaltlich.

Schreibstil: Ich lese viele Bücher, die als Reihen aufgebaut sind. Doch selten habe ich innerhalb einer Reihe eine solch stilistische Entwicklung bemerkt wie der Sprung, den Melinda Salisbury von dem ersten zum zweiten Band der Poisen Reihe vorlegt. All die  positiven Aspekte ihrer Beschreibungen scheinen in ,,Tödlicher Fluch“ optimiert, und die wenigen Schwächen die der Vorgänger aufwies sind wie verbannt. Die Autorin fokussiert sich viel mehr auf den Ausgleich der unterschiedlichen Aspekte, die ihre Geschichte prägen. So werden spannende Szenen mit ruhigen Seiten ausgeglichen, romantische Teile von der grausamen Realität der Umstände in Sailsburys Welt abgelöst. Auch Errin, aus deren Sicht der Leser durch das Buch geleitet wird, zeigt viel mehr Facetten als Twylla und rundet das Leseerlebnis mit ihren kühnen Entscheidungen ab. Dennoch stehen beide Bände im Kontakt zueinander. Zudem versteht sich die Autorin darin unauffällig Zusammenhänge in die Geschichte einfließen zu lassen, die im Laufe der Handlung wichtig werden und teilweise auch die letztendlich Auflösung dominieren.

Genug. Ich habe dafür keine Zeit, Selbstmitleid ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann. Wie Brot. Oder Stolz. (S.65)

Handlung: ,,Tödlicher Fluch“ steht im kompletten Kontrast zu ,,Tödliche Berührung“. Wo Twylla sich um die Pflichten sorgte, die sie zu erfüllen hatte und den Tag fürchtete, an dem sie mit dem Prinzen liiert werden sollte, hatte Erwin mit ganz anderen, grundlegenderen Sorgen und Ängsten zu kämpfen. Ihre Welt wird von Entbehrungen, Dreck und Hunger dominiert. Während sie versucht sich durchzubringen, bangt sie um ihren Bruder, muss sich um ihre kranke Mutter kümmern und sich gegen ein Dorf voller Verbrecher und Verbannte behaupten. Und als sei all das nicht schon genug, geistern die Gerüchte über den erwachten Prinzen durch ihr Umfeld und ihr Land bereitet sich auf den Kampf gegen den Prinzen und seine Armee vor. Genau diese Umstände verleihen  der Geschichte seine Authentizität. Nicht wird überspielt, keine oberflächlichen Probleme dominieren die Handlung.

In Laufe des Buches führt die Autorin neben weitere Handlungsfäden ein, die altbekannten Protagonisten zurück ins Bild bringt und die Geschichte auffrischen und ihr Tempo und Vielfältigkeit verleihen. Es ist faszinierend die so bekannten Gesichter aus anderen Augen zu sehen, und so auch Rückschlüsse auf deren Handeln und Wirken während ihrer Abwesenheit ziehen zu können.

 

Fazit: Die Welt um Erwin, Twylla und den Schlafenden Prinzen hat mich endgültig in ihren Bann gezogen. Mit jeder Seite werde weitere Verstrickungen von Märchen und Realität sichtbar, eine bitterböse Ironie jagte die Nächste, das Schicksal hält keine grausame Wendung vor den Protagonisten fern und die unerwarteten Wendungen überschlagen sich förmlich.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Bloomoon Verlag!

Eure Hannah

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