Das dunkle Herz des Waldes

Das dunkle Herz des Waldes

Autorin: Naomi Novik dasdas

Verlag: cbt

Klappentext: Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt: das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss. Doch jenseits des Flusses liegt der Dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der »Drache«, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe: Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen. Der Zeitpunkt der Wahl naht und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Agnieszkas beste Freundin Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet. Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka.

Cover: Das Cover ist meiner Meinung nach eines der Wenigen, das seine amerikanischen Vorgänger in der Optik schlägt. Mit den vielen Grüntönen wirkt es geheimnisvoll, magisch und fällt sofort ins Auge, dennoch gleicht der neutrale Hintergrund das Gesamtbild aus, und sorgt dafür das es nicht zu überladen wirkt. Die Stimmung und Thematik des Buches wird eingefangen und gibt dem Leser einen Vorgeschmack auf den Buchinhalt.

Schreibstil: Ich möchte im Bezug auf den Schreibstil vor allem auf die Erzählperspektive eingehen, da der einfache und leicht verständliche Schreibstil an sich nicht wirklich beschrieben werden muss. Das Buch wird durch die Ich-Perspektive geprägt, aus welcher uns Agnieska an ihrer Welt teilhaben lässt. Sie lässt den Leser durch ihre Augen blicken, und berichtet detailreich von den Geschehnissen um sich. Hierbei hatte ich allerdings das Gefühl, das das Buch durch ihre eingeschränkte Sicht stark an Potential verloren hat. Denn ich habe Agnieska im Vergleich zu den anderen Charakteren als recht einseitig empfunden, und hätte mir oft Ergänzungen aus anderen Perspektiven gewünscht. Zudem waren mir die Details und Ausführungen oftmals zu ausufernd, sodass es zu einigen langwierigen Strecken kam, die vermeidbar gewesen wären. Und dann kam es noch zu Schwankungen innerhalb ihres Erzählstils. Teilweise sehr naiv und gutgläubig, manchmal heroisch und anspruchsvoll verwirrte mich Agnieska über die Kapitel hinweg. Somit kann ich dem Schreibstil leider nicht viel gutes nachsagen.

Inhalt: Das Setting des Buches ist voller Magie, und fängt die Stimmung der Geschichte mühelos auf. Bedauerlicherweise verliert sich Naomi Novik in detaillierten Beschreibungen. So geht es gerade im ersten Teil der Geschichte mehr um das Umfeld, in dem sich die Charaktere bewegen als um die Handlung, wodurch die Spannung einiges einbüßen muss. Denn auch wenn das Verhältnis der beiden Komponenten ausgeglichener gewesen wäre, hätte das der Wirkung der Kulisse keinen Abbruch getan. Der Wunsch nach der Fokussierung auf das Wesentliche und dem Zurückstellen der überflüssigen Details und Nebensachen zog sich wie ein roter Faden durch die komplette Handlung. So wird ständig auf Agnieszkas fehlendes Feingefühl verwiesen, und auch die Dialoge zwischen dem Drachen und ihr gleichen sich nach einer Weile. Auch der Drache war mir zu einseitig. Es ist unmöglich seine Beweggründe nachzuvollziehen, und sein ungeduldiges Verhalten stieß pausenlos auf mein Unverständnis.
Dennoch findet sich auch ein gutes Haar an der Geschichte. Die Hintergrundgeschichte und Begründungen für die grundlegenden Prinzipien ihrer Welt legt Naomi interessant dar, und verleitet durch den guten Einbau in den Handlungsverlauf dazu tiefer in ihre Welt einzutauschen. Der Plot lies leider zu Wünschen übrig. Auf unerwartete Wendungen habe ich ebenso vergeblich hoffen müssen wie auf gut ausgearbeitete Spannungsbögen und Tempo. Somit war ich letztendlich froh, als ich die Letzte der 500 Seiten gelesen hatte und das Buche endlich zuschlagen konnte.

Fazit: Naomi Novak verschenkt durch den einseitigen Erzählstil und ihr unausgeglichenes Verhältnis zwischen Handlung und Beschreibung das Potential, was in ihrer Welt steckt. Weniger wäre im Falle dieses Buches definitiv mehr gewesen.

Eure Hannah

 

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